Polperro, Cornwall

Emmas Abenteuer in Polperro, wo sie mit Großmama und Tante Sybil die Sommermonate verbringt:

Unter ihr lag die Bucht mit dem kleinen Hafen, um den sich Polperro schmiegte. Schmale Häuser aus Granit, manche rau und dunkel, andere weiß getüncht, formten enge Gassen, die vom Wasser hoch zu den Klippen stiegen. Keine Brise wehte vom Meer her; dieser August brachte Sonnenschein und eine drückende Hitze, wie sie in Cornwall selten herrschte. Vor dem späteren Rückweg hoch zum Häuschen graute Emma. Aber besser das, als den ganzen Tag Sybils Klagen anzuhören. Mit langen Schritten spazierte sie die steilen Straßen hinunter, immer wieder anhaltend, um die Aussicht und ihre momentane Freiheit zu genießen.

Polperro war überschwemmt von Sommergästen, die sich durch die Straßen schoben; viele von ihnen auf der Suche nach dem einen Künstler, den sie in London vorführen könnten und der ihren Wohlstand vermehren würde. Und die Maler und Zeichner, die Bildhauer und Töpfer boten sich an, bauten ihre Staffeln an jeder Ecke auf, öffneten ihre Ateliers und spielten die Unnahbaren, die nur ihrer Kunst lebten und den schnöden Mammon verachteten.
Emma schlängelte sich durch die überfüllten Gassen, wich hier einem Stock, dort einem Ellbogen aus und wünschte, sie säße bereits wieder hoch oben auf den Klippen im kleinen Garten. In Menschenmengen fühlte sie sich unwohl und sie atmete auf, als sie den schmalen Laden am Hafen erreichte.

5 thoughts on “Polperro, Cornwall

  1. durchgelesen. alles was bis hier angeboten war – in einem Zug.
    Zu meiner Überraschung (bin keine Krimileserin -ganz im Gegenteil – und nur mittelmäßig Fan von Jane Austen, 1920ern usw) – will mehr davon. Hat wahnsinnig Spaß gemacht. Und es liest sich sehr gut.
    Sprich – es sind keine Buchstaben und Wörter sondern Geschichte. Lebendige Bilder.
    Gut gemacht!!!

      1. nö und nö (zu kindle und tolino)
        Austen, hmmm, vielleicht. Irgendetwas habe ich gelesen und es gemocht (keine Ahnung was es war, als Erinnerung blieb bitterböse und absolut komische Gesellschaftskritik – kann sein dass es Stolz und Vorurteil war, bei Emma bin ich ausgestiegen … sehr lieben tue ich Sinn und Sinnlichkeit in Interpretation von Emma Thompson)

    1. Ja, das hatte ich neulich auch gefunden und schon überlegt, ob ich es mir kaufe 😀 Ich bin auch recht erstaunt,aber ob Emma mit 14 schon Bücher schrieb?

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