Kriminalromane · Emma Schumacher & Lily DuPlessis · heitere Liebesgeschichten

Emmas Leseliste

Natürlich liest Emma. Sie liest mit Begeisterung und so kann es nicht ausbleiben, dass sie gerne über Bücher spricht, sich austauscht und empfiehlt. Als sie nun nach Bonn zurückkehrt, um nach ihrem Vater zu suchen, liest sie die folgenden Romane oder erinnert sich an sie:


Da ist – natürlich, möchte ich bald sagen – Elizabeth von Arnim, die 1898 ihren ersten Roman veröffentlichte und in den nächsten vierzig Jahren sehr unterschiedliche Themen aufgriff, die sie größtenteils humorvoll verarbeitete. Doch unter dem Witz liegen mitunter bitterböse Beobachtungen.

Verzauberter April ist 1926 zum ersten Mal auf deutsch erschienen und ist eine Geschichte, die sich an einem Sommertag ebenso wie im Winter lesen lässt; entweder um die Jahreszeit zu genießen oder aber um sie herbei zu sehnen. Vier Frauen unterschiedlicher Herkunft teilen sich eine Villa in Italien und eine jede kam aus einem anderen Grund, wenn auch immer die Liebe eine Rolle spielt. Liebe, die zu viel oder zu wenig vorhanden ist, die ersehnt oder verflucht wird.


Als Emma von einer heftigen Erkältung ins Bett gezwungen wird, ist sie nicht allerbester Laune. Ein klein wenig hilft es, dass alle Welt ihr Leckereien und Lektüre vorbeibringt. Vermutlich war es Tante Tinni, die ihr Jane Austens Emma auf den Nachttisch legte. Man ahnt es schon: Emma war das Lieblingsbuch ihrer Mutter.

Im Gegensatz zu Emma Schumacher ist Emma Woodhouse selbstbewusst und gerade heraus. Gerne steht Miss Woodhouse im Mittelpunkt und ist zuversichtlich, dass ihr Urteil das unbedingt richtige sein muss. Eigenschaften, die Emma gerne hätte … wobei: Auch Fräulein Schumacher ist in ihren Aussagen direkt. Immer dann, wenn sie spricht, ohne es zu beabsichtigen, was ihre Mitmenschen oft verwundert.

Jane Austen lässt ihre Heldin reifen, lässt sie unangenehme Erfahrungen durchleben, die ihr übertriebenes Selbstvertrauen mindern. Die Gesellschaft, wie Emma sie sieht und arrogant zu ordnen wünscht, erweist sich als tiefer und oberflächlicher zugleich, als sie glaubte.


Die Buddenbrooks führen ihren Verfall über vier Generationen vor und Thomas Mann zeigt sein Können in gewundenen Sätzen und detailreichen Beschreibungen – beides Eigenschaften, die heute in Romanen unerwünscht sind. Dabei sind es gerade diese Stilmittel, die den Roman zum Klingen bringen, ihn in das 19. Jahrhundert versetzen und seine Figuren so plastisch machen. Als Leserin muss man sich einlassen, das ja, aber dafür belohnt er uns mit Toni und Grünlich.

Emma zumindest hat vor allem die Szene beeindruckt, in der Grünlich Toni seinen Heiratsantrag wahrhaftig entgegenschmettert und fühlt sich im passenden Moment unpassend daran erinnert.



Nachdem Emma an Grünlich dachte, musste auch Mr. Collins vor ihrem geistigen Auge erscheinen – ebenso ungebeten natürlich. Der Landpfarrer bittet seine Cousine Elizabeth Bennet mit soviel Feingefühl und wohlklingender Rhetorik um ihre Hand, dass er auf immer unvergessen bleibt. Es ist bis heute ein Wunder, dass alle Welt von Elizabeth und Mr. Darcy spricht …

Nun, über diesen Roman muss wohl nicht viel gesagt werden: Es ist nur sehr oberflächlich gelesen eine Romanze. Viel beeindruckender sind  die Wortmelodie, die schnellen Dialoge und die Ironie, die sich durch alle Seiten ziehen.


Auf Emmas Noch-zu-Lesen-Liste steht dieser Krimi von Agatha Christie, der 1926 der erste große Erfolg für die junge Autorin wurde.

Roger Ackroyds große Liebe ist tot und die Umstände sind verdächtig. Doch bevor er etwas unternehmen kann, wird auch er ermordet. Niemand anderer als der größte Detektiv aller Zeiten bemüht seine grauen Zellen, um einen verzwickten Fall zu lösen.

Bislang las Emma keine Kriminalromane, aber nachdem ihr Leben so viel aufregender abläuft, wird sie James’ Empfehlung beherzigen und es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie von nun an jede Neuerscheinung Agatha Christies mit Ungeduld erwarten wird.


Von Zeit zu Zeit stelle ich Bücher vor, die ich – und Emma ebenfalls – gerne gelesen habe. Ein Klick auf das Titelbild bringt dich zur Amazonseite des Buches. Diese Links sind Affiliates, was bedeutet, ich bekomme einige Cent, solltest du das Buch über diese Verbindung kaufen. Und dafür bin ich sehr dankbar, denn jeder Cent ist eine Minute mehr, die ich schreibend verbringen darf.



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